Friedel Münch
Friedel Münch, geboren am 6. Februar 1927 in Dorn-Assenheim, wurde durch die von ihm entwickelten Motorräder und die berühmte MÜNCH Mammut bekannt. Nach erfolgreichem Schulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugschlosser und wurde zweimal Reichssieger im Berufswettkampf, wodurch der talentierte Techniker in den Genuss der Begabtenförderung gelangte.
Ein Jahr vor Kriegsende, 1944, bekam der mittlerweile Siebzehnjährige den Einzugsbefehl zur Wehrmacht, in der er seinen Dienst beim technischen Personal der Luftwaffe ableistete. Aber nichts konnte Münch davon abbringen, seinen Traum vom Motorrad weiterhin zu leben. So gründete er nach seiner Wehrmachtszeit in den Betriebsräumen seines Vaters eine kleine Werkstatt, in der er hauptsächlich Motorräder reparierte. Nebenher legte Friedel Münch bei der Fernschule Christiani in Konstanz Prüfungen in Maschinenbau und Elektronik mit der Note Sehr gut" ab.
1948 begann Friedel Münch aktiv an Motorradrennen mit einer selbst überarbeiteten Einzylinder-Horex teilzunehmen. Allerdings verzichtete er nach einem Sturz auf weitere Starts und widmete sich ganz der Konstruktion und dem Bau von leistungsstarken Zweirädern.
Durch seine MÜNCH-Spezial sorgte er schließlich nicht nur als Konstrukteur von Rennmotorrädern für Aufregung, auch die Firma Horex wurde auf Friedel Münch aufmerksam. So nahm er 1955 das Angebot an, sechs Monate in der Versuchs- und Rennabteilung des Motorradherstellers zu arbeiten. Ein Jahr später stellte Horex die Motorradproduktion ein, sodass Münch die Fertigungsvorrichtungen für die Motoren- und Ersatzteilproduktion der 400er-Zweizylinder Imperator aufkaufen konnte.
Ab 1964 sorgte Friedel Münch mit dem Verkauf einer selbst entwickelten, sehr leistungsfähigen und leichten Vorderradtrommelbremse für Renn- und Straßenmotorräder für Aufsehen. Diese MÜNCH-Rennbremse war bis zur Einführung von serienmäßigen Scheibenbremsanlagen im Jahre 1968 das Maß aller Dinge.
1966 stellte Friedel Münch erstmalig den Prototypen seiner MÜNCH-Mammut vor: Er hatte um den Motor des NSU Prinz herum ein für die damalige Zeit gewaltiges Motorrad geschaffen. Leider legte Friedel Münch - als begeisterter Techniker und Konstrukteur - wenig Wert auf die Wirtschaftlichkeit seiner Unternehmung. Finanzielle Probleme begleiteten regelmäßig die Fertigung seiner Motorräder, jedoch konnte mit Hilfe unterschiedlicher Teilhaber die Produktion jederzeit aufrecht erhalten werden. So stieg 1973 auch der Frankfurter MÜNCH-Fahrer und Geschäftsmann Heinz W. Henke in die Firma ein, indem er die komplette Konkursmasse für 1,2 Millionen D-Mark aufkaufte. Friedel Münch arbeitete fortan als technischer Leiter im Werk.
Bereits 1977 verließ Münch die Henke-Unternehmung und gründete gemeinsam mit seinem langjährigen Kollegen Roland Witzel die Horex-Motorrad GmbH in Nidderau-Erbstadt. Unter der Marke Horex entwickelte er fortan Bausätze zur Hubraumsteigerung der NSU-Motoren seiner früheren Motorräder sowie neue eigenständige Maschinen unter der Bezeichnung Titan. Auch betreute er in seiner eigenen Werkstatt die Maschinen seiner langjährigen Kunden.
Nach einem Schlaganfall 1991 nahm Friedel Münch erneut alle Kraft zusammen und erschuf gemeinsam mit dem Geschäftsmann Thomas Petsch den Prototypen für die spätere MÜNCH Mammut 2000. Von 2000 bis 2002 ließ Petsch insgesamt fünfzehn Exemplare in Manufakturarbeit bauen und stellte das stärkste Serienmotorrad der Welt her.
Gemeinsam mit Ehefrau Lotti lebt Friedel Münch heute in Altenstadt-Rodenbach ganz in der Nähe seiner alten Wirkungsstätten.
Die komplette Geschichte und viele weitere Fotos finden Sie in der großen Friedel Münch Story von Winnie Scheibe.
